Wichtige Informationen

KrankenbettZur Behandlung von Patienten mit Leukopenie nach einer Chemotherapie gibt es spezielle Vorschriften. Viele davon wurden bereits im Zusammenhang mit der Umkehrisolation benannt und erklären sich eigentlich jedem vernünftig denkenden Angehörigen von selbst. Einige spezielle Tipps für den Umgang und die Pflege solcher Patienten wollen wir allerdings noch geben, wobei unsere Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben soll, denn dies würde den Rahmen hier bei weitem sprengen.

Zu allererst ist es wichtig, klar und offen mit dem Patienten über seine Situation und die damit verbundenen Risiken und Behandlungsmethoden zu sprechen. Ziel der Behandlung bei an Leukopenie Erkrankten ist die Prävention vor möglicherweise entstehenden Thrombosen oder gar Pneumonie. Es ist auch wichtig für eine gute Lungenbelüftung zu sorgen. In der Pflege sind folgende Maßnahmen äußerst wichtig und unbedingt zu beachten:

Wie auch bei der Umkehrisolation dürfen Besucher und Mitarbeiter die Patientenzimmer nur mit „Schutzkleidung“ und vorheriger Händedesinfektion betreten. Besteht ein bereits bekannter Infekt bei Mitarbeitern, Freunden und Verwandten, sollten diese unbedingt auf den Besuch beim Leukopenie-Patienten verzichten – sie würden ihn damit nur einer immensen und unnötigen Gefahr aussetzen. Kinder unter 12 Jahren haben generell keinen Zutritt zu den isolierten Krankenzimmern. Extra für diesen einen und nur diesen Patienten bereitgestellte medizinische Geräte sind unumgänglich. Trägt der Erkrankte Unterwäsche aus Baumwolle, ist diese, genau wie Bettwäsche und Handtücher täglich(!) zu wechseln. Selbst auf Blumen und frisches Obst muss man verzichten, denn auch hier können sich Bakterien und Keime festgesetzt haben – also beim Besuch lieber auf solche Mitbringsel verzichten. Spezielle Wasserfilter in den Nasszellen sind ebenso bereit zu stellen und regelmäßig nach Vorschrift des Herstellers zu wechseln. Darf der Patient sein Zimmer verlassen, muss auch er sich mit der „Schutzkleidung“ anfreunden, denn sonst wäre ja die ganze Isolation umsonst gewesen. Es klingt vielleicht seltsam, aber auch auf ausreichende Mundhygiene ist zu achten – mindestens 3 mal täglich sollte man sich die Zähne mit einer weichen Zahnbürste und Zahncreme putzen, am besten jedoch nach jeder Mahlzeit. Auch wenn viele von Ihnen dies heute schon tun, ist bei Leukopenie-Patienten besonders hierauf zu achten. Mundspülungen sind eine weitere wichtige Maßnahme – sie sollten in etwa eine Dauer von drei bis fünf Minuten haben und können mit Kamille oder Salbeitee durchgeführt werden. Diese Tees können auch getrunken werden. Weitere Produkte für die Mundspülung sind Salviathymol oder auch spezielle Mundspüllösungen aus der Apotheke. Nach ärztlicher Verordnung kann auch Ampho Moronal oder Sempera Liquid gegeben werden. Wobei ersteres oft vier Mal täglich, letzteres jedoch meist nur zwei Mal täglich gegeben wird. Und schon wieder haben wir eine eigentlich selbstverständliche Maßnahme, die jedoch gerade bei an Leukopenie Erkrankten sehr wichtig ist – die Intimpflege sollte mindestens zwei Mal täglich durchgeführt werden – allerdings ohne Seife (!). Injektionen dürfen die Patienten zwar erhalten, aber nur nach strenger medizinischer Indikation. Wie auch für alle anderen Menschen, gilt es ganz besonders für diese Patienten ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Es sind MINDESTENS zwei bis drei Liter am Tag zu trinken. Auch die Thromboseprophylaxe, z. B. mittels speziell angepasster Thrombosestrümpfe, ist äußerst wichtig. Des Weiteren gibt es Anleitungen zu diversen Bewegungsübungen, die den Patienten helfen. Mindestens zweimal täglich ist der Rücken des Kranken mit einer Salbe einzureiben, um evtl. auftretenden Atemerkrankungen vorzubeugen – hierfür ist auch die tägliche Atemtherapie von großer Bedeutung.

Selbst bei der Ernährung gilt es, einiges zu beachten. Z. B. sollte man auf keimarme Kost achten. Alles was für einen „gesunden“ Menschen immer und überall empfohlen wird, ist für Leukopenie- Patienten äußerst gefährlich. So sind z. B. frische Salate, frisches Obst oder Milchprodukte, selbst Pilze und Fast food absolut tabu und dürfen keinesfalls auf dem Speiseplan stehen.

In der Klinik ist die Kranken- und Krankheitsbeobachtung von größter Bedeutung, um jeden evtl. auftretenden Effekt, sofort erkennen und bekämpfen zu können. Das heißt, es muss drei Mal täglich Fieber gemessen werden, je nach Absprache rectal oder sublingual. Die Inspektion der Schleimhäute, sowohl rectal, genital als auch oral ist einmal pro Tag Pflicht! Weiterhin müssen täglich die „Haut-auf-Haut“ Bereiche inspiziert werden, um wirklich jeden Krankheitserreger sofort erkennen und eliminieren zu können. Selbst die Zehenzwischenräume und bei Frauen auch der Bereich unter der Brust muss täglich kontrolliert werden.

Für die Pflege dieser Patienten dürfen ausschließlich ausgebildete Krankenschwestern oder –pfleger eingesetzt werden. Unter Umständen dürfen sich an der Pflege auch Schüler und Schülerinnen mit der dreijährigen Krankenpflegeausbildung beteiligen – allerdings nur unter Anleitung von ausgebildeten Krankenschwestern oder –pflegern und niemals alleine.